Chronik

Der Verein FortSchritt Starnberg e.V. ist eine Initiative von Eltern spastisch gelähmter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener, die mit der Konduktiven Förderung nach dem ungarischen Arzt András Petö gute Erfahrungen gemacht haben. Der Verein hat es sich seit über 15 Jahren zur Aufgabe gemacht, die Konduktive Förderung in Deutschland als Therapiemethode zu fördern.

Historie:
Peter von Quadt, Vater eines Sohnes mit cerebraler Schädigung, lernte 1988 das Institut des ungarischen Arztes András Petö kennen. Den Kontakt zwischen von Quadt und Petö hatte seinerzeit der berühmte Börsenguru André Kostolany (1906 bis 1999) hergestellt. Von Quadt begeisterte sich von Anfang an für diese Methode. Sie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den herkömmlichen Behandlungsformen. Mit seiner Begeisterung steckte er Ehefrau Hanni und den kleinen Simon an. Simon fuhr nach Budapest und nahm an einem achtwöchigen Förderblock teil. Hanni von Quadt beschreibt den Erfolg dieser Therapie sehr plastisch in der vom ARD Gesundheitsmagazin ausgestrahlten Filmdokumentation „Diese Kind wird niemals laufen lernen!“ so: „Im Petö-Institut verlässt jedes Kind am Ende des Tages den Therapieraum laufend. Als ich meinen Sohn abholen wollte, habe ich ihn zuerst nicht erkannt. Ich hatte meinen Sohn bis zu diesem Zeitpunkt nie aufrecht gesehen…“

Im Mai 1994 gründet die Familie von Quadt, zusammen mit betroffenen Eltern den Verein FortSchritt e.V. mit Ziel betroffenen Eltern in Deutschland über die Konduktive Förderung und über deren therapeutische Möglichkeiten in Ungarn zu informieren. Dank des unermüdlichen Engagements und vieler großzügiger Sponsoren, gelingt es, wichtiges Informationsmaterial drucken zu lassen und eine eigene Zeitung herzustellen.

Ein Filmbeitrag über die Konduktive Förderung wurde mit Hilfe des Bayerischen Rundfunks und der Ärztin und Moderatorin Antje Kühnemann realisiert. Die Resonanz auf diesem Film war enorm. Es gingen rund 2000 Zuschriften, mit zum Teil erschütternden Berichten, ein. Für den Verein war diese unerwartete Resonanz ein Wendepunkt. Die Unzufriedenheit so vieler Eltern spastisch gelähmter Kinder über die üblichen Therapien, bestätigten die Notwendigkeit der Therapie nach Petö und den Verein in seiner Arbeit. Nun soll die Konduktive Förderung in Deutschland bekannt gemacht werden. Weitere FortSchritt Vereine gründen sich.

Bereits im Sommer 1994 fand das erste „Sommercamp“ im evangelischen Gemeindehaus statt. Fünf cerebral paretische Kinder bekamen zum ersten Mal in Deutschland die Möglichkeit, nach der Konduktiven Förderung ihre Fähigkeiten zu trainieren.

Im Sommer 1995 organisiert der Verein erneut Sommerförderwochen in der Montessorischule Starnberg. Die Förderung muss zwar immer noch von den Eltern selbst finanziell getragen werden, doch diesmal sind schon 60 Kinder mit dabei.

Peter von Quadt lässt nicht locker, um die Anerkennung der Petö Methode zu kämpfen. Schließlich gelingt es dem Verein, den Leiter des Bezirks Oberbayern von der Wirksamkeit und Qualität zu überzeugen. Seither wird die Konduktive Förderung im Bezirk Oberbayern als freiwillige Leistung finanziell unterstützt.

Daher wird in Niederpöcking am Starnberg See im November 1995 die erste Kindertagesstätte mit zunächst acht Kindern als Modellprojekt für die Konduktive Förderung eröffnet!
Nun können die Kinder kontinuierlich, das heißt jeden Tag, in ihren Kindergarten- und in die Schulgruppe gehen und gefördert werden. Auch das eigentliche Ziel, die Verbreitung der Konduktiven Förderung kann anschaulich in Niederpöcking gezeigt werden. Besucher aus allen medizinisch therapeutischen Fachbereichen der gesamten Bundesrepublik kommen in die Einrichtung, um sich vor Ort zu informieren.

Intensive Öffentlichkeitsarbeit bringt den Erfolg
Im September 1996 organisiert der Verein FortSchritt e.V. das erste internationale Symposium: Petö im Dialog!
Diese Aufklärungsarbeit legte den Grundstein für eine bundesweiter Verbreitung der Konduktiven Förderung!



1997
*kann sich der Verein FortSchritt erneut in der „Sprechstunde“ bei Frau Kühnemann präsentieren
*gibt Annette Fink ihr Buch über die Konduktive Förderung am Beispiel der
*Kindertagesstätte Niederpöcking heraus
*präsentiert FortSchritt die Konduktive Förderung auf dem Kongress für Sozialpädiatrie in Brixen

1998
*wird in Starnberg der FortSchritt Bundesverband gegründet und die ersten Erwachsenenförderwochen in der Bundesrepublik gestartet. FortSchritt unterstützt nun auch die Eltern in Linz, Österreich, bei der Eröffnung einer Konduktiven Kindertagesstätte. FortSchritt initiiert die Gründung des Bundesverbands der Konduktoren in Deutschland.

2000
*unterstützt der Verein den Start der „Konduktiven Förderung“ in der Schweiz

2001
*übernimmt der FortSchritt e.V. die Trägerschaft für die Kindertagesstätte und übergibt diese Mitte des Jahres an die FortSchritt gGmbH.
*Die Petö-Studie des Kinderzentrums München wird mit positiven Ergebnissen veröffentlicht.
*In der Kindertagesstätte Starnberg startet das 1. Internatsprojekt für zunächst sechs Jugendliche während der Sommerferien.
*Viele Helfer unterstützten den Verein
*Eric Bond und seine Gospelsterne geben das erste Benefizkonzert für und mit den FortSchritt-Kindern. Die CD „Mit jedem kleinen Schritt“ erscheint.
*Gabriele Gaiser-Rinaldi, Petö-Mutter aus Starnberg, veröffentlicht ihren Bildband über die „Kreuze des Fünfseenlandes“ zu Gunsten des Vereins FortSchritt e.V. über die Konduktive Förderung am Beispiel der Kindertagesstätte Niederpöcking.

2002
*stellt Frau Wiedemann, Vorstandsmitglied des Vereins FortSchritt e.V., auf der CHOICE-Konferenz in Birmingham die Kondunktive Förderung in der Bundesrepublik am Beispiel der Kindertagesstätte Niederpöcking vor
*wird eine weitere Kindertagesstätte in Rosenheim eröffnet

2003
*ist der Verein FortSchritt auf der Rehamesse in Karlsruhe, als auch in Düsseldorf vertreten, um die Verbreitung der Konduktiven Förderung weiter voranzutreiben
*Das Schlaganfall-Magazin stellt die Konduktive Förderung für Erwachsene vor
*Das Buch „Konduktive Förderung bei Erwachsenen“ von Margarete Danielczyk wird im Pflaum Verlag herausgegeben

2005 *wird eine weitere Kindertagesstätte in Teising / Altötting eröffnet
*wird eine Außenklasse in einer Regelschule in Rohrdorf eröffnet

2006
*Bundesverdienstkreuz für Peter von Quadt

2007
*In Kooperation mit dem kroatischen Gesundheitsministerium veranstaltet der FortSchritt ein Konduktives Sommercamp gemeinsam mit kroatischen Jugendlichen.
*Peter Maffay lädt FortSchritt Kinder ein auf dem Segelschiff "Sir Baden-Powell" eine Woche rund um Mallorca zu kreuzen
*Beteiligt sich FortSchritt zum ersten mal an der Messe ConSozial in Nürnberg

2009
*Im Verein startet das Projekt „Bewegungen“, gefördert von der Aktion Mensch. Kernthemen dabei waren Vernetzung und der Mobile Konduktive Dienst (Projektdauer 2009-2012).
*wird eine Außenklasse in einer Regelgrundschule in Reichersbeuern eröffnet

2010
*Auf dem Petö-Weltkongress in Hongkong wird die nächste Veranstaltung 2013 nach Deutschland vergeben. Peter von Quadt ist als Vorstand des FortSchritt e.V. mit der weiteren Organisation beschäftigt und die gGmbH unterstützt das Vorhaben.
*Die Auerbach-Stiftung finanziert den Mobilen Dienst

2014
*Die erste Konduktiv ambulant betreute Wohngruppe für junge behinderte Erwachsene startet in Starnberg den Betrieb.


Durch die Konduktive Förderung wurden inzwischen viele Kinder befähigt in eine Regeleinrichtung zu gehen. In Kindergärten, Haupt- und Realschulen gehen viele unserer Petö-Kinder, einige haben es sogar ins Gymnasium geschafft.

Unsere Konduktoren begleiten diese Kinder und geben ihnen weiterhin die spezielle Förderung. Durchschnittlich kann jedes integrierte Kind einmal pro Woche in der Regeleinrichtung besucht werden.