Rehabilitation für Erwachsene mit Konduktiver Förderung nach Prof. András Petö

Zielsetzung
Die Konduktive Förderung, die von dem ungarischen Neurologen Andras Petö bereits nach dem 2. Weltkrieg entwickelt wurde, ist eine besondere Hilfe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer cerebralen Bewegungsstörung.

Das Konzept der Konduktiven Förderung geht davon aus, dass eine Bewegungsstörung durch Hirnschädigung eher ein Lernhindernis darstellt, das mit besonderen Fördermaßnahmen überwunden werden kann, als eine Krankheit, die geheilt werden müsste. Konduktive Förderung ist kein Symptomorientiertes Konzept, "Reparatur" im kurativen Sinne, das einmal oder zweimal pro Woche ohne Beachtung des sozialen und familiären Umfeldes durchgeführt wird. Es ist ein Zielorientiertes Konzept, das Lebenspraxis in der Gruppe erleben lässt unter professioneller Vorbereitung und Ausführung mit der Maßgabe, Orthofunktion zu erreichen ohne Hilfsmittel und fremde Hilfe unabhängig zu werden, nicht unterstützt von der Gesellschaft, sondern integriert in die Gesellschaft.

Therapeuten
Die Therapie wird von Konduktoren durchgeführt. Berufsgrundlage ist ein vierjähriges Hochschulstudium am Budapester Petö-Institut. Dem Berufsethos verpflichtet ist die Devise der Konduktoren "Wir lehnen es ab, die Menschen zu behandeln - wir lehren sie selbst zu handeln". Die Konduktoren bringen eine mehrjährige Erfahrung mit.

Zielgruppe
Nach einer Erstuntersuchung durch die Konduktoren können grundsätzlich Jugendliche und Erwachsene mit folgenden Symptomen zur Konduktiven Förderung eingeladen werden:
* Lähmung nach Schlaganfall
* Lähmung nach Hirnverletzung (aufgrund eines Unfalls/Krankheit)
* infantile cerebrale Bewegungsstörung (Spastik)
* Multiple Sklerose

Die Therapie erfolgt in Kleingruppen bis zu 8 Teilnehmern, wobei die Gruppe möglichst homogen zusammengestellt wird, d.h. Teilnehmer mit ähnlichen pathologischen Bewegungsmustern handeln miteinander.

Programm
Es handelt sich um Individual- und Gruppenprogramme: um Liege-, Steh-, Lauf- und Sitzprogramme. Das Gruppenprogramm umfasst einen Zeitrahmen von 2-2.5 Stunden. Inhaltlich erstreckt sich die Konduktive Förderung auf folgende Bereiche: Grobmotorische, feinmotorische, Wahrnehmungs-, Sprach-, kognitive, emotionale sowie psychosoziale Förderung, d.h. die Förderung lebenspraktischer und sozialer Fähigkeiten innerhalb der Therapie wird darauf geachtet, dem einzelnen angemessene Ziele und erreichbare Ziele zu setzen. Die Aufgaben sind ganz konkret und sind auf die Persönlichkeit des Teilnehmers abgestimmt.